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Das können Sie sich leisten?

Dienstag, 28. Juni 2011

Erzählen Sie im Bekannten- und Freundeskreis einmal herum, dass Sie sich mit ernsthaften Gedanken an einen Neubau beschäftigen. Echte Freunde werden sich mit Ihnen über die Entscheidung freuen, der ein oder andere wird Sie aber auch mit neidvoller Ablehnung bedenken. Allen gemeinsam dürfte aber die Frage an Sie sein: Was, das kannst Du Dir leisten?

Stimmt ja auch, bauen ist immer teurer geworden, kein „normaler“ Mensch kann sich noch ein Haus leisten. Gefühlte Wirklichkeit. Aber auch die Realität? Eine frisch veröffentliche Studie der Landesbausparkassen spricht eine ganze andere Sprache.

Danach sind die Hauspreise im Europa-Vergleich in Deutschland recht niedrig. Der Durchschnittspreis für ein Haus in Luxemburg beträgt satte 509.000 Euro. Niederländer zahlen 290.000 Euro, Briten sind mit 280.000 Euro dabei und Dänen müssen 231.000 Euro bezahlen. Der Durchschnittspreis in Deutschland: 199.000 Euro.

Daten, Fakten, TrendsAuch die Finanzierungslast für eine eigene Immobilie ist entgegen der „gefühlten Wirklichkeit“ gesunken. Im Herbst 2010 musste nach der Untersuchung der LBS eine Familie mit einem Kind für eine typische Finanzierung 13 Prozent des Einkommens aufwenden. 1994 waren das noch stolze 38 Prozent. Vor acht Jahren mussten 21 Prozent und vor vier Jahren immerhin noch 17 Prozent aufgewendet werden.

Insofern ist auch heutzutage das eigene Haus nicht automatisch unbezahlbar. Wichtig: Informieren Sie sich vorher gründlich und ausgiebig und sorgen Sie für eine grundsolide Finanzierung Ihres Traums.

 

Ihren Ausweis bitte!

Montag, 30. Mai 2011

Im nächsten Editorial von “Hausbau” (ab dem 17.6. im Handel erhältlich) geht es um den Energieausweis. Ich möchte Ihnen das Thema nicht vorenthalten und bin gespannt auf Ihre Meinung:

 

Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare. Dieses geflügelte Wort hat gerade für Bauherren seine Berechtigung, der notwendige Papierkram ist einfach lästig. Da ist es doch schön, wenn ich laut deutschem Baurecht für einen Neubau automatisch ein Dokument bekomme, das sogar einen offiziellen Namen trägt: den Energieausweis.

Schade nur, dass die Aussagekraft des Papiers gering ist. Die entsprechenden Werte werden auf Grundlage der Energieeinsparungverordnung berechnet und haben mit der Realität leider noch weniger zu tun als Herstellerangaben zum Benzinverbrauch von Autos. Das weiß auch der Gesetzgeber, denn auf dem Ausweis heißt es ausdrücklich: „Insbesondere wegen standardisierter Randbedingungen erlauben die angegebenen Werte keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Energieverbrauch.“ Das Ziel, mehr Transparenz und Vergleichbarkeit für Bauherren zu schaffen, wird so verfehlt. Zudem ist einiges Expertenwissen notwendig, um die Angaben zu verstehen. Zur Berechnung wird beispielsweise nicht die Wohnfläche sondern die Gebäudenutzfläche angesetzt. Diese errechnet sich aus einer komplizierten Formel, bei der u.a. das geheizte Gebäudevolumen, welches von der wärmeübertragenden Umfassungsfläche umschlossen wird, eine Rolle spielt. Alles klar, oder?

Wünschenswert für den Neubau sind realistische und nachvollziehbare Verbrauchsprognosen, beispielsweise über unabhängige Energieberater. Manche Hersteller bieten das ihren Kunden bereits an. Vielleicht hat ja auch der Gesetzgeber künftig ein Einsehen. Bis dahin gilt: Vertrauen Sie nicht blind dem Energieausweis.

 

Bild: dena/BMVBS

 

Sparen um jeden Preis?

Dienstag, 12. April 2011

Über Sinn und Unsinn von Passivhäusern und besonders energiesparenden Gebäuden gab es in der Vergangenheit wiederholt durchaus kontroverse Diskussionen. Gelegentlich wurden diese Mehr-Investitionen als völlig unwirtschaftlich beschrieben. 15.000 Euro Mehrkosten kämen schließlich schnell zusammen, die jährliche Ersparnis gegenüber einem leidlich gut gedämmten Haus liege maximal bei einigen hundert Euro.

Stimmt. Und stimmt auch wieder nicht. Denn wie erfindungsreich der Staat bei Abgaben ist, sehen wir bei der gerade geführten Diskussion um Dieseltreibstoff. Und nicht zum ersten Mal. Was heute noch preiswert ist, kann durch neu eingeführte Steuern morgen schon ein teures Vergnügen sein. Dass die Energiepreise künftig steigen, darüber kann es nach meinem Dafürhalten keine zwei Meinungen geben.

Insofern ist es mehr als sinnvoll sich von solchen Entwicklungen weitestgehend unabhängig zu machen. Das Passivhaus ist da nur ein Weg. Mit dem Plus-Energie-Haus steht die nächste Entwicklungsstufe schon vor der Tür. Hier wird zumindest rechnerisch mehr Energie erzeugt als verbraucht. Wirklich spannend wird diese Thematik, wenn es sinnvolle Möglichkeiten zur
Speicherung der selbsterzeugten Sonnenenergie gibt, beispielsweise mit Akkus.Dann ist es künftig sogar möglich, sich komplett von der Stromversorgung der Energieversorger abzukoppeln und in seinen eigenen vier Wänden energieautark zu sein. Bei den zu recht geführten Diskussionen um Atomkraftwerke und CO2-Reduzierung sicher keine schlechte Entscheidung.

Dass solche Entscheidungen natürlich auch einer Wirtschaftlichkeit unterliegen müssen – keine Frage. Wer dabei allerdings nur von jetzigen Preisen und Vorstellungen ausgeht, denkt meines Erachtens zu kurz. Planen Sie gerade einen Haus-Neubau? Dann würde mich interessieren, wie Sie dort das Energieproblem angehen werden.