Artikel-Schlagworte: „Energieverbrauch“

Verhältnismäßig sparsam

Mittwoch, 6. Juni 2012
Heizölpreis im Bundesdurchscnitt.

Entwicklung der Heizölpreise in Deutschland.

Effizienz ist das Verhältnis zwischen einem definierten Nutzen und dem Aufwand, der zu dessen Erreichung notwendig ist. So nüchtern beschreiben Lexika einen Begriff, der nicht nur im Neubau mittlerweile eine ganz entscheidende Rolle spielt. Energiesparende Effizienzhäuser liegen im Trend.

Kein Wunder, denn sie schonen nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigene Geldbörse. Wie  stark die Energiekosten alleine von 2005 bis 2010 gestiegen sind, zeigen Zahlen des Deutschen Mieterbundes. Danach wurde Strom um mehr als 30 Prozent teurer, Erdöl gar 34 Prozent und für Gas mussten 20 Prozent mehr bezahlt werden. Eine Entwicklung, bei der kein Ende absehbar ist, wie die fast täglichen Meldungen über Preiserhöhungen der Energieversorger belegen. Wie stark beispielsweise der Heizölpreis gestiegen ist, können Sie anschaulich auf dieser Internetseite nachverfolgen: http://www.tecson.de/heizoelpreise-noflash.html

Aber welcher Aufwand ist für Bauherren notwendig, um zum Effizienzhaus zu gelangen? Wer sich für ein Fertighaus entscheidet, muss sich zumindest um die Gebäudehülle keine Gedanken machen. Hier gibt es eine hocheffiziente Wärmedämmung quasi „ab Werk“. Das ist schon die sprichwörtliche „halbe Miete“, denn Heizenergie, die nicht durch schlecht isolierte Wände nach draußen entweicht, muss erst gar nicht produziert werden.

Was es sonst noch Wissenswertes zu Aufwand und Nutzen, zu Heiz- und Lüftungstechnik, Photovoltaik oder gar Windkraft bei Effizienzhäusern gibt, verrät übrigens die Titelgeschichte im aktuellen „Hausbau“-Magazin. Die zeigt übrigens auch, dass Energiesparen und schöne, komfortable Häuser mit viel Lebensqualität zu bauen kein Widerspruch ist.

Wir machen Plus mit Plus

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Ein „Plus-Energie-Haus“ oder doch lieber ein „Energie-Plus-Haus“? Egal, Hauptsache reichlich Energie erzeugen, zumal beide Begriffe das gleiche meinen: Häuser, die mehr Energie erzeugen, als ihre Bewohner verbrauchen.

Plus-Energie-Haus.

Plus-Energie-Haus.

Glaubt man den sich vor Begeisterung überschlagenden Werbeaussagen einiger Hersteller, dann wurde hier mindestens das Rad neu oder vielleicht sogar das Pepertuum Mobile erfunden. Schaut man sich die Häuser dann etwas genauer an, stellt man fest, dass das alles gar nicht so revolutionär ist. Voraussetzung für jedes „Plus-Energie-Haus“ ist zunächst mal eine gut gedämmte Gebäudehülle. Für den Fertigbau seit vielen Jahren längst eine Selbstverständlichkeit. Ab hier ist der Weg zum Energie-Plus nicht mehr weit. Solarthermie und Photovoltaik, kontrollierte  Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung reichen oft schon.

Also alles eine Mogelpackung, von der man die Finger lassen sollte? Nein, im Gegenteil. Energie aus regenerativen Quellen ist die Zukunft! Speziell der Fertigbau verfügt hier über viel Erfahrung, weiß, wovon er redet. Und das ist beim Thema „Plus-Energie“ besonders wichtig, denn die Qualität muss bei Gebäudehülle und Technik 100prozentig stimmen! Gründliche Information ist also wie bei jedem Hausbau Pflicht.

Foto: Weberhaus

Wilde Wohn-Welten

Dienstag, 6. September 2011

Wir Deutschen sind ein Volk von Abenteurern und pfeifen auf Konventionen. Gelsenkirchener Barock im Wohnzimmer, Gartenzwerge in den Blumenrabatten und ein Häuschen Marke „Siedlerstolz“? Paah, nicht mit uns! Beim Wohnen mögen es die Deutschen wild und verwegen. Der Duft der großen weiten Welt weht da vermischt mit Abgasen genauso um die Nase wie der packende Geruch von Schweinedung oder der unnachahmliche Nasenschmeichler von totem Fisch gepaart mit Schiffsdiesel.

Ungewöhnliche Wohnformen: Wirklich im Trend?

Ungewöhnliche Wohnformen: Wirklich im Trend?

Zumindest suggeriert das eine bereits vor einem Jahr durchgeführte Umfrage des Online-Portals Immowelt.de. Danach finden 67 Prozent der Befragten den Gedanken an ein Wohnabenteuer verlockend. Spitzenreiter ist das Hausboot, gefolgt vom alten Bauernhof und dem Wohnmobil. Selbst der umgebaute Luftschutzbunker kann noch bei vier Prozent punkten. Ob aus echter Leidenschaft für massiven Beton oder aus Angst, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt lässt die Umfrage leider offen.

Beim Haus bin ich hingegen Spießer – und stehe dazu. Als kurzes Abenteuer im Urlaub sind exotische Unterkünfte prima. Zum dauerhaften Wohlfühlen lebe ich lieber in einem modernen Gebäude mit zeitgemäßem Energieverbrauch, viel Komfort und moderner Architektur. Wie sehen Sie das? Würden Sie wirklich dauerhaft auf einem Hausboot oder Bauernhof leben wollen? Schreiben Sie mir Ihre Meinung.

Foto: Weberhaus

 

Sanierung oder Neubau?

Montag, 1. August 2011

Alles neu, weg mit dem alten Kram! Das war in den 70er-Jahren das Credo vieler Städteplaner. Hemmungslos wurde im großen Stil vermeintlich nicht mehr Zeitgemäßes entfernt und durch seelenlose und langweilige Bauten ersetzt. Was der Zeitgeist damals als schön empfand, ruft heute oftmals nur noch pures Entsetzen hervor. Längst hat eine Rückbesinnung stattgefunden. Die Abrissbirne hat öfter mal Pause und verschont zum Glück architektonisch Interessantes und historisch Wertvolles.

Aber nicht alles was alt ist, ist auch automatisch erhaltungswürdig. Gerade bei Einfamilienhäusern scheint eine Sanierung nicht immer sinnvoll. Was nützt die umweltgerechte Heizung, wenn die Wärme durch ungedämmte Wände austritt? Was nützt eine Top-Dämmung, wenn der Ölbrenner im Keller die Energie zum Schornstein rausbläst? Aber eine umfassende Modernisierung verschlingt Geld. Mit Haus-Dämmung, Wärmeschutzfenstern und Heizungsanlage kommen da schnell mehr als 60 000 Euro zusammen. Wer dann noch den Grundriss modernen Bedürfnissen anpasst, ist rasch weitere 30 000 Euro los. Neues Bad und neue Küche belasten das Budget zusätzlich. Und trotz aller Sanierung: Im Kern bleibt es ein altes Haus, in das man dann mehr als 100 000 Euro investiert hat.

Ist das wirklich wirtschaftlich? Ein modernes, schlüsselfertiges und energiesparendes Haus mit rund 150 qm Wohnfläche bekommen Sie für unter 200 000 Euro, wer Eigenleistung einbringt, ist schon mit weniger als 150 000 Euro dabei. Hinzu kommen gute 10 000 Euro für den Abriss des alten Gebäudes. Klar, ein ordentliche Summe Geld. Aber dann besitzen Sie ein nagelneues Haus mit aktuellem Stand der Technik, einer Architektur nach dem eigenen Geschmack und für die Zukunft gerüstet. Bei den derzeit immer noch günstigen Kreditzinsen macht es deshalb meines Erachtens sehr oft Sinn, sich für einen Neubau zu entscheiden.

 

Ihren Ausweis bitte!

Montag, 30. Mai 2011

Im nächsten Editorial von “Hausbau” (ab dem 17.6. im Handel erhältlich) geht es um den Energieausweis. Ich möchte Ihnen das Thema nicht vorenthalten und bin gespannt auf Ihre Meinung:

 

Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare. Dieses geflügelte Wort hat gerade für Bauherren seine Berechtigung, der notwendige Papierkram ist einfach lästig. Da ist es doch schön, wenn ich laut deutschem Baurecht für einen Neubau automatisch ein Dokument bekomme, das sogar einen offiziellen Namen trägt: den Energieausweis.

Schade nur, dass die Aussagekraft des Papiers gering ist. Die entsprechenden Werte werden auf Grundlage der Energieeinsparungverordnung berechnet und haben mit der Realität leider noch weniger zu tun als Herstellerangaben zum Benzinverbrauch von Autos. Das weiß auch der Gesetzgeber, denn auf dem Ausweis heißt es ausdrücklich: „Insbesondere wegen standardisierter Randbedingungen erlauben die angegebenen Werte keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Energieverbrauch.“ Das Ziel, mehr Transparenz und Vergleichbarkeit für Bauherren zu schaffen, wird so verfehlt. Zudem ist einiges Expertenwissen notwendig, um die Angaben zu verstehen. Zur Berechnung wird beispielsweise nicht die Wohnfläche sondern die Gebäudenutzfläche angesetzt. Diese errechnet sich aus einer komplizierten Formel, bei der u.a. das geheizte Gebäudevolumen, welches von der wärmeübertragenden Umfassungsfläche umschlossen wird, eine Rolle spielt. Alles klar, oder?

Wünschenswert für den Neubau sind realistische und nachvollziehbare Verbrauchsprognosen, beispielsweise über unabhängige Energieberater. Manche Hersteller bieten das ihren Kunden bereits an. Vielleicht hat ja auch der Gesetzgeber künftig ein Einsehen. Bis dahin gilt: Vertrauen Sie nicht blind dem Energieausweis.

 

Bild: dena/BMVBS