Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Gute Argumente – ausbaufähige Zahlen

Dienstag, 16. August 2011

Verstehen Sie das? Da gibt es ein preislich absolut wettbewerbsfähiges Produkt, das mit handfesten und für jedermann nachvollziehbaren Vorteilen punktet. Für das die Hersteller ein aufwendiges Marketing betreiben, indem sie teure Muster erstellen, die der Verbraucher ausführlich in Augenschein nehmen kann. Und dennoch hält man seit vielen Jahren nur einen bundesweiten Marktanteil von um die 15 Prozent.

Ich rede natürlich vom Fertighaus. Die Liste der Vorteile ist lang: kein „trockenwohnen“, schnelle Fertigstellung, alles aus einer Hand, natürlicher Baustoff, computergesteuerte Vorfertigung, energieeffiziente Bauweise und und und. Dennoch sind in Deutschland vergleichsweise wenig Bauwillige pro Fertighaus – auch wenn Studien belegen: Je mehr sich Bauherren informieren, um so größer wird ihre Affinität zum Fertigbau

In Deutschland hat das gemauerte Haus noch immer das deutlich bessere Image. Da gibt es Nachholbedarf  seitens der Fertighaushersteller. Obwohl jedes Jahr viele hunderttausend Menschen die großen Musterhaus-Ausstellungen besuchen, gelingt es den Beratern vor Ort offenbar zu selten, vom Fertighaus zu überzeugen. Woran es liegt, darauf habe ich keine eindeutige Antwort.

Wenn Sie sich selbst mal ein Bild machen wollen:
Die Ausstellung Eigenheim & Garten in Fellbach feiert am 18. September ihr 40-jähriges Jubiläum mit einer Zeitreise durch vier Jahrzehnte. Ein buntes Bühnenprogramm und viele weitere Aktionen bieten Unterhaltung für die ganze Familie. Der Eintritt ist kostenlos.

Sanierung oder Neubau?

Montag, 1. August 2011

Alles neu, weg mit dem alten Kram! Das war in den 70er-Jahren das Credo vieler Städteplaner. Hemmungslos wurde im großen Stil vermeintlich nicht mehr Zeitgemäßes entfernt und durch seelenlose und langweilige Bauten ersetzt. Was der Zeitgeist damals als schön empfand, ruft heute oftmals nur noch pures Entsetzen hervor. Längst hat eine Rückbesinnung stattgefunden. Die Abrissbirne hat öfter mal Pause und verschont zum Glück architektonisch Interessantes und historisch Wertvolles.

Aber nicht alles was alt ist, ist auch automatisch erhaltungswürdig. Gerade bei Einfamilienhäusern scheint eine Sanierung nicht immer sinnvoll. Was nützt die umweltgerechte Heizung, wenn die Wärme durch ungedämmte Wände austritt? Was nützt eine Top-Dämmung, wenn der Ölbrenner im Keller die Energie zum Schornstein rausbläst? Aber eine umfassende Modernisierung verschlingt Geld. Mit Haus-Dämmung, Wärmeschutzfenstern und Heizungsanlage kommen da schnell mehr als 60 000 Euro zusammen. Wer dann noch den Grundriss modernen Bedürfnissen anpasst, ist rasch weitere 30 000 Euro los. Neues Bad und neue Küche belasten das Budget zusätzlich. Und trotz aller Sanierung: Im Kern bleibt es ein altes Haus, in das man dann mehr als 100 000 Euro investiert hat.

Ist das wirklich wirtschaftlich? Ein modernes, schlüsselfertiges und energiesparendes Haus mit rund 150 qm Wohnfläche bekommen Sie für unter 200 000 Euro, wer Eigenleistung einbringt, ist schon mit weniger als 150 000 Euro dabei. Hinzu kommen gute 10 000 Euro für den Abriss des alten Gebäudes. Klar, ein ordentliche Summe Geld. Aber dann besitzen Sie ein nagelneues Haus mit aktuellem Stand der Technik, einer Architektur nach dem eigenen Geschmack und für die Zukunft gerüstet. Bei den derzeit immer noch günstigen Kreditzinsen macht es deshalb meines Erachtens sehr oft Sinn, sich für einen Neubau zu entscheiden.

 

Versorgungslücken

Freitag, 8. Juli 2011

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist im Menschen tief verwurzelt. Neuerliches Indiz dafür ist die Bilanz des Statistischen Bundesamt über die Fertigstellung neuer Wohnungen im Jahr 2010. Ernüchterndes Ergebnis, vom Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (ifs) in einer Meldung verbreitet: Der Mietwohnungsneubau bewegt sich auf einem historischen Tief.

160 000 Wohnungen wurden 2010 fertiggestellt, gegenüber 2009 ein mageres Plus von 0,5 Prozent. Bitter, weil viele Experten den Neubau von bis zu 220 000 Wohnungen jährlich für erforderlich halten. Laut ifs kann nur so der erhöhten Nachfrage vor allem in Wachstumsregionen ein entsprechendes Angebot gegenübergestellt werden, das Mieterhöhungen zumindest eingrenzt.

Den überwiegenden Teil des Wohnungsneubaus bestreitet aber das selbstgenutzte Eigentum. Etwa 85 000 Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 27 000 Eigentumswohnungen wurden 2010 fertiggestellt. Von den 188 000 genehmigten Wohnungen entfielen alleine 95 000 auf Ein- und Zweifamilienhäuser.

Wohl dem, der Eigentum besitzt. Er profitiert von derzeit noch niedrigen Zinsen und muss keine Angst vor Wohnungsknappheit und hohen Mieten haben. Bei den Zinsen steht allerdings eine Änderung bevor. Die Europäische Zentralbank erhöhte jüngst den Leitzinssatz auf 1,5 Prozent. Dies dürfte Kredite für Bauherren teurer machen.

 

Das können Sie sich leisten?

Dienstag, 28. Juni 2011

Erzählen Sie im Bekannten- und Freundeskreis einmal herum, dass Sie sich mit ernsthaften Gedanken an einen Neubau beschäftigen. Echte Freunde werden sich mit Ihnen über die Entscheidung freuen, der ein oder andere wird Sie aber auch mit neidvoller Ablehnung bedenken. Allen gemeinsam dürfte aber die Frage an Sie sein: Was, das kannst Du Dir leisten?

Stimmt ja auch, bauen ist immer teurer geworden, kein „normaler“ Mensch kann sich noch ein Haus leisten. Gefühlte Wirklichkeit. Aber auch die Realität? Eine frisch veröffentliche Studie der Landesbausparkassen spricht eine ganze andere Sprache.

Danach sind die Hauspreise im Europa-Vergleich in Deutschland recht niedrig. Der Durchschnittspreis für ein Haus in Luxemburg beträgt satte 509.000 Euro. Niederländer zahlen 290.000 Euro, Briten sind mit 280.000 Euro dabei und Dänen müssen 231.000 Euro bezahlen. Der Durchschnittspreis in Deutschland: 199.000 Euro.

Daten, Fakten, TrendsAuch die Finanzierungslast für eine eigene Immobilie ist entgegen der „gefühlten Wirklichkeit“ gesunken. Im Herbst 2010 musste nach der Untersuchung der LBS eine Familie mit einem Kind für eine typische Finanzierung 13 Prozent des Einkommens aufwenden. 1994 waren das noch stolze 38 Prozent. Vor acht Jahren mussten 21 Prozent und vor vier Jahren immerhin noch 17 Prozent aufgewendet werden.

Insofern ist auch heutzutage das eigene Haus nicht automatisch unbezahlbar. Wichtig: Informieren Sie sich vorher gründlich und ausgiebig und sorgen Sie für eine grundsolide Finanzierung Ihres Traums.

 

Billig ist mir zu billig

Dienstag, 7. Juni 2011

Haben Sie sich auch schon mal über billiges Werkzeug geärgert? Da kauft man ein vermeintliches Schnäppchen im Baumarkt und muss dann feststellen, dass es nach der dritten Benutzung schon kaputt oder nicht vernünftig einzusetzen ist. Also wieder in den Baumarkt und etwas Vernünftiges gekauft. Das vermeintliche Spar-Angebot wird zum Bumerang, kommt mich letztendlich teurer, verursacht Ärger und stiehlt mir Zeit.

Eine Erkenntnis, die sich bei Verbrauchern immer mehr durchsetzt, aber anscheinend noch nicht bei allen Herstellern herumgesprochen hat. Auch im Baubereich liegt die Abkehr von „Hauptsache billig“ im Trend. Nachhaltigkeit, Energie sparen und Verantwortung gegenüber der Umwelt gewinnen beim Haus immer mehr an Bedeutung. Wer als Anbieter nur „billig“ arbeitet und die Baustelle als Bühne für Improvisation missversteht, kann nicht punkten. Denn Bauherren wird es immer bewusster, dass sich die Investition in Qualität auszahlt. Bevor an der Wertarbeit gespart wird, verzichten viele Baufamilien deshalb vernünftigerweise auf ein paar Quadratmeter Wohnfläche und stecken das meist begrenzt zur Verfügung stehende Geld lieber in energiesparende Technik, erstklassige Qualität und ein zukunftssicheres Haus. Frei nach dem Motto: Ich kann es mir nicht leisten, etwas Billiges zu bauen!

 

Ihren Ausweis bitte!

Montag, 30. Mai 2011

Im nächsten Editorial von “Hausbau” (ab dem 17.6. im Handel erhältlich) geht es um den Energieausweis. Ich möchte Ihnen das Thema nicht vorenthalten und bin gespannt auf Ihre Meinung:

 

Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare. Dieses geflügelte Wort hat gerade für Bauherren seine Berechtigung, der notwendige Papierkram ist einfach lästig. Da ist es doch schön, wenn ich laut deutschem Baurecht für einen Neubau automatisch ein Dokument bekomme, das sogar einen offiziellen Namen trägt: den Energieausweis.

Schade nur, dass die Aussagekraft des Papiers gering ist. Die entsprechenden Werte werden auf Grundlage der Energieeinsparungverordnung berechnet und haben mit der Realität leider noch weniger zu tun als Herstellerangaben zum Benzinverbrauch von Autos. Das weiß auch der Gesetzgeber, denn auf dem Ausweis heißt es ausdrücklich: „Insbesondere wegen standardisierter Randbedingungen erlauben die angegebenen Werte keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Energieverbrauch.“ Das Ziel, mehr Transparenz und Vergleichbarkeit für Bauherren zu schaffen, wird so verfehlt. Zudem ist einiges Expertenwissen notwendig, um die Angaben zu verstehen. Zur Berechnung wird beispielsweise nicht die Wohnfläche sondern die Gebäudenutzfläche angesetzt. Diese errechnet sich aus einer komplizierten Formel, bei der u.a. das geheizte Gebäudevolumen, welches von der wärmeübertragenden Umfassungsfläche umschlossen wird, eine Rolle spielt. Alles klar, oder?

Wünschenswert für den Neubau sind realistische und nachvollziehbare Verbrauchsprognosen, beispielsweise über unabhängige Energieberater. Manche Hersteller bieten das ihren Kunden bereits an. Vielleicht hat ja auch der Gesetzgeber künftig ein Einsehen. Bis dahin gilt: Vertrauen Sie nicht blind dem Energieausweis.

 

Bild: dena/BMVBS

 

Die Immobilie wird mobil

Donnerstag, 19. Mai 2011

Mobilität und Schnelligkeit sind zwei der ganz großen Zauberworte unserer Zeit. Fast selbstverständlich erwartet man innerhalb kürzester Zeit von A nach B zu kommen, gewohnt wird dort wo der Job einen hinführt. Der modernde Mensch ist flexibel, stressresistent und mobil.

Warum erfreut sich dann die Immobilie so großer und wachsender Beliebtheit? Klar, jetzt kann man argumentieren dass im Zeichen der zurückliegenden Wirtschaftskrise verstärkt in „Betongold“ investiert, dass man bei den vielen Luftblasen im Finanzmarkt lieber auf bleibende Werte setzt und so auch der Inflation ein Schnippchen schlagen kann. Alles richtig. Und doch habe ich da auch meine ganz eigene Theorie. Denn bei all der Hektik sehnt sich der Mensch nach ein wenig Entschleunigung, nach einem Hafen der Ruhe, in dem man tun und lassen kann, was man will. Kein Wunder also, dass die eigenen vier Wände auf der Liste der Sehnsüchte und Wünsche ganz weit oben stehen.

Wie man sich in den eigenen vier Wänden wohl fühlt und dennoch mobil bleibt, das versucht jetzt der Fertighaushersteller Schwörer vorzumachen. Mit den „Flying Spaces“ soll das Wohnen dynamisch werden. Die bis zu 50 qm großen mobilen Häuser werden auf Wunsch direkt mit Sanitäreinrichtungen und Küche fix und fertig auf einem LKW angeliefert, sind also sofort bewohnbar, werden innerhalb eines Tages aufgestellt und können auch miteinander kombiniert werden. „Individueller, flexibler Wohnraum für den modernen Menschen geschaffen“, so beschreibt es der Hersteller. Die Module  lassen sich beispielsweise auch als Penthouse auf bestehende mehrgeschossige Häuser stapeln oder im Garten als Zubau aufstellen. Je nach Ausstattung liegen die Preise zwischen 40.000 und 85.000 Euro. Kein Schnäppchen, aber eine komfortable, schnelle und saubere Lösung, wenn Wohnraum benötigt wird. Steht ein Umzug an, ist das Modul auch ruckzuck wieder ab- und an neuer Stelle wieder aufgebaut. Wer jetzt so etwas wie einen Bürocontainer erwartet, wird positiv überrascht. Der Hersteller benutzt die gleichen Wandaufbauten wie für seine Fertighäuser, das Modul steht auf einer solifen Bodenplatte und „fühlt“ sich innen wie ein richtiges Haus an.

Mich interessiert Ihre Meinung. Werden sich solche Konzepte in Zukunft verstärkt durchsetzen?

Energiewende im eigenen Zuhause

Montag, 9. Mai 2011

Noch im April 2010 waren nach einer Umfrage des Magazins Focus 81 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung der Meinung Atomstrom sei notwendig. Eine Umfrage durch die F.A.Z. im April diesen Jahres zeichnet ein anderes Bild. In Westdeutschland bezeichnen sich nun 42 Prozent als vehemente Atomkraft-Gegner, in Ostdeutschland sind es 29 Prozent.

Gegen Atomstrom zu sein ist die eine Sache, etwas in seinem persönlichen Umfeld zur Energieeinsparung zu tun die andere. Hier klaffen oft Anspruch und Realität auseinander – manchmal aus Unwissenheit. Denn schließlich sind Industrie und Verkehr die schlimmsten Energievernichter, was soll ich da in meinen eigenen vier Wänden schon ausrichten?

Stimmt und stimmt auch nicht. Richtig ist, dass nach den Energiedaten des Bundesministeriums für Wirtschaft 28 Prozent des Endenergieverbrauchs von der Industrie und satte 30 Prozent vom Verkehr beansprucht werden. Aber knapp dahinter folgen schon die privaten Haushalte mit immerhin 27 Prozent.

Insofern bietet sich auch im privaten Bereich ein erhebliches Einsparpotential. Besonders, wenn man sieht, wofür Energie im eigenen Haushalt eingesetzt wird. 71 Prozent dienen der Raumwärme, 17 Prozent gehen auf das Konto von Elektrogeräten und Beleuchtung, zwölf Prozent werden für Warmwasser genutzt.

Selbst wer gegen einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie ist, wird anerkennen müssen, dass Energie ein kostbares Gut ist, mit dem sparsam umgegangen werden sollte. Denn alles andere macht sich nicht nur in der Umwelt, sondern auch negativ im eigenen Geldbeutel bemerkbar. Wenn Sie also ein Neubau-Vorhaben planen oder eine Immobilie renovieren wollen, lohnt es sich etwas genauer hinzuschauen und sich für ein Effizienzhaus zu entscheiden, eine ordentliche Wärmedämmung anzubringen und energiesparende Heiztechnik mit regenerativen Energien einzusetzen. Stellenweise unterstützt Sie Vater Staat dabei sogar durch zinsgünstige Darlehen oder Tilgungszuschüsse. Die Energiewende beginnt auch und gerade in den eigenen vier Wänden.

 

Bild: Isover

Bild Dir Deine Meinung

Donnerstag, 21. April 2011

Gerne präsentieren sich die BILD-Zeitung und ihr Online-Ableger Bild online als Sprachrohr des kleinen Mannes und als Kämpfer für den Verbraucher. Aber nicht immer scheint man dabei mit großer Sachkenntnis vorzugehen. Was sich im Internet kurz vor Ostern auf der Webseite der Zeitung unter der Überschrift „Fünf fiese Fallen beim Fertighaus-Kauf“ lesen ließ, gehört nach meiner Meinung zumindest teilweise in die Kategorie „Grober Unfug“!

Da wird behauptet, die in Ausstellungen zu findenden Häuser seien stets die jeweilige Luxusvariante. Falsch, etliche Hersteller zeigen in vielen Ihrer Musterhäuser ganz bewusst die Ausstattung im Standard, um Kunden die bereits in der preiswerten Variante gute Qualität demonstrieren zu können.

Sehr einseitig auch der Tipp der im Artikel zitierten Sprecherin des Verbands Privater Bauherren (VPB) Eva Reinhold-Postina: „Ich würde nie ohne einen unabhängigen Bausachverständigen ein Fertighaus kaufen.“ Ganz schön clever die Dame. Aber ich gehe noch einen Schritt weiter und empfehle bei jedem Hauskauf die Hinzuziehung eines Fachmanns. Das auf Fertighäuser zu beschränken verunglimpft zu Unrecht eine ganze Branche. Denn gerade der Fertigbau hat bei Verträgen, Bauleistungsbeschreibungen usw. in aller Regel seriöse und nachvollziehbare Regelungen.

Fakten, die man bei Bild online offenbar nicht kennt oder nicht wahrnehmen will. Dafür schreibt man dann zur Baugenehmigung lieber Sätze wie: „Besitzer eines Grundstücks, auf das nur ein Fertighaus gesetzt werden soll, müssen sich darum meist selbst kümmern.“ Nur ein Fertighaus? Die Präzision und gleichbleibende Qualität, mit der Fertighäuser in wettergeschützten Montagehallen industriell vorgefertigt werden, stünde so manchem Massivbau sicher gut zu Gesicht. Argumente, denen sich auch eine wachsende Zahl von Bauherren nicht verschließen kann. Rund 15 Prozent der Neubauten im Ein- und Zweifamilienhausbereich sind mittlerweile Fertighäuser.

Aber VPB-Sprecherin Reinhold-Postina mag es anscheinend lieber massiv und verteilt deshalb noch einen kleinen Hieb unter die Gürtellinie: „Gehen Sie gemeinsam die ganze Hütte durch und machen Sie eine Abnahme nicht kalt, schriftlich und allein.“ Frau Reinhold-Postina, ich weiß ja nicht, welche „Hütten“ Sie zu Ihrer Aussage getrieben haben, empfehle Ihnen aber mal einen Blick in unsere zahlreichen Publikationen zum Thema Fertigbau oder auf die Webseite www.fertighausscout.de zu werfen. Also ich würde in jeder dieser „Hütten“ sofort und mit Freuden einziehen wollen.

Ihnen liebe Bau-Interessierten kann ich nur empfehlen, sich umfassend und seriös zu informieren und danach das Motto der BILD-Zeitung zu beherzigen: „Bild Dir Deine Meinung!“

 

Sparen um jeden Preis?

Dienstag, 12. April 2011

Über Sinn und Unsinn von Passivhäusern und besonders energiesparenden Gebäuden gab es in der Vergangenheit wiederholt durchaus kontroverse Diskussionen. Gelegentlich wurden diese Mehr-Investitionen als völlig unwirtschaftlich beschrieben. 15.000 Euro Mehrkosten kämen schließlich schnell zusammen, die jährliche Ersparnis gegenüber einem leidlich gut gedämmten Haus liege maximal bei einigen hundert Euro.

Stimmt. Und stimmt auch wieder nicht. Denn wie erfindungsreich der Staat bei Abgaben ist, sehen wir bei der gerade geführten Diskussion um Dieseltreibstoff. Und nicht zum ersten Mal. Was heute noch preiswert ist, kann durch neu eingeführte Steuern morgen schon ein teures Vergnügen sein. Dass die Energiepreise künftig steigen, darüber kann es nach meinem Dafürhalten keine zwei Meinungen geben.

Insofern ist es mehr als sinnvoll sich von solchen Entwicklungen weitestgehend unabhängig zu machen. Das Passivhaus ist da nur ein Weg. Mit dem Plus-Energie-Haus steht die nächste Entwicklungsstufe schon vor der Tür. Hier wird zumindest rechnerisch mehr Energie erzeugt als verbraucht. Wirklich spannend wird diese Thematik, wenn es sinnvolle Möglichkeiten zur
Speicherung der selbsterzeugten Sonnenenergie gibt, beispielsweise mit Akkus.Dann ist es künftig sogar möglich, sich komplett von der Stromversorgung der Energieversorger abzukoppeln und in seinen eigenen vier Wänden energieautark zu sein. Bei den zu recht geführten Diskussionen um Atomkraftwerke und CO2-Reduzierung sicher keine schlechte Entscheidung.

Dass solche Entscheidungen natürlich auch einer Wirtschaftlichkeit unterliegen müssen – keine Frage. Wer dabei allerdings nur von jetzigen Preisen und Vorstellungen ausgeht, denkt meines Erachtens zu kurz. Planen Sie gerade einen Haus-Neubau? Dann würde mich interessieren, wie Sie dort das Energieproblem angehen werden.