Versorgungslücken

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist im Menschen tief verwurzelt. Neuerliches Indiz dafür ist die Bilanz des Statistischen Bundesamt über die Fertigstellung neuer Wohnungen im Jahr 2010. Ernüchterndes Ergebnis, vom Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (ifs) in einer Meldung verbreitet: Der Mietwohnungsneubau bewegt sich auf einem historischen Tief.

160 000 Wohnungen wurden 2010 fertiggestellt, gegenüber 2009 ein mageres Plus von 0,5 Prozent. Bitter, weil viele Experten den Neubau von bis zu 220 000 Wohnungen jährlich für erforderlich halten. Laut ifs kann nur so der erhöhten Nachfrage vor allem in Wachstumsregionen ein entsprechendes Angebot gegenübergestellt werden, das Mieterhöhungen zumindest eingrenzt.

Den überwiegenden Teil des Wohnungsneubaus bestreitet aber das selbstgenutzte Eigentum. Etwa 85 000 Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 27 000 Eigentumswohnungen wurden 2010 fertiggestellt. Von den 188 000 genehmigten Wohnungen entfielen alleine 95 000 auf Ein- und Zweifamilienhäuser.

Wohl dem, der Eigentum besitzt. Er profitiert von derzeit noch niedrigen Zinsen und muss keine Angst vor Wohnungsknappheit und hohen Mieten haben. Bei den Zinsen steht allerdings eine Änderung bevor. Die Europäische Zentralbank erhöhte jüngst den Leitzinssatz auf 1,5 Prozent. Dies dürfte Kredite für Bauherren teurer machen.

 

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