Energiewende im eigenen Zuhause

Noch im April 2010 waren nach einer Umfrage des Magazins Focus 81 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung der Meinung Atomstrom sei notwendig. Eine Umfrage durch die F.A.Z. im April diesen Jahres zeichnet ein anderes Bild. In Westdeutschland bezeichnen sich nun 42 Prozent als vehemente Atomkraft-Gegner, in Ostdeutschland sind es 29 Prozent.

Gegen Atomstrom zu sein ist die eine Sache, etwas in seinem persönlichen Umfeld zur Energieeinsparung zu tun die andere. Hier klaffen oft Anspruch und Realität auseinander – manchmal aus Unwissenheit. Denn schließlich sind Industrie und Verkehr die schlimmsten Energievernichter, was soll ich da in meinen eigenen vier Wänden schon ausrichten?

Stimmt und stimmt auch nicht. Richtig ist, dass nach den Energiedaten des Bundesministeriums für Wirtschaft 28 Prozent des Endenergieverbrauchs von der Industrie und satte 30 Prozent vom Verkehr beansprucht werden. Aber knapp dahinter folgen schon die privaten Haushalte mit immerhin 27 Prozent.

Insofern bietet sich auch im privaten Bereich ein erhebliches Einsparpotential. Besonders, wenn man sieht, wofür Energie im eigenen Haushalt eingesetzt wird. 71 Prozent dienen der Raumwärme, 17 Prozent gehen auf das Konto von Elektrogeräten und Beleuchtung, zwölf Prozent werden für Warmwasser genutzt.

Selbst wer gegen einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie ist, wird anerkennen müssen, dass Energie ein kostbares Gut ist, mit dem sparsam umgegangen werden sollte. Denn alles andere macht sich nicht nur in der Umwelt, sondern auch negativ im eigenen Geldbeutel bemerkbar. Wenn Sie also ein Neubau-Vorhaben planen oder eine Immobilie renovieren wollen, lohnt es sich etwas genauer hinzuschauen und sich für ein Effizienzhaus zu entscheiden, eine ordentliche Wärmedämmung anzubringen und energiesparende Heiztechnik mit regenerativen Energien einzusetzen. Stellenweise unterstützt Sie Vater Staat dabei sogar durch zinsgünstige Darlehen oder Tilgungszuschüsse. Die Energiewende beginnt auch und gerade in den eigenen vier Wänden.

 

Bild: Isover

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3 Kommentare zu „Energiewende im eigenen Zuhause“

  1. Arne sagt:

    Netter Blog, ich komme nun oefter

  2. Rogelio Boleyn sagt:

    Ich freue mich, dass man sich endlich geeinigt hat, die Atomkraft auszuschalten und sie danach mit natürlichen Energieträger zu ersetzen. Es wird interessant wie lange der Staat für die Energiewende braucht. Man muss damit aufhören, die Umwelt mit der Emission zu zerstören und auch mal an unsere Nachkommen denken. Die Katastrophe in Japan hat Deutschland endlich gezeigt, dass man das “Restrisiko” von der Atomkraft nicht verharmlosen darf. Ich erwarte, dass die anderen Länder genauso schnell ihre Atomkraftwerke deaktivieren und wir so nicht mehr in Angst leben müssen. Außerdem freue ich mich, dass auch Firmen wie http://www.knittel.de die natürlichen Energiequellen fordern, indem sie auch selbst mit klimaneutralen Produkten arbeiten.

  3. Andreas Rabenhorst sagt:

    Ja, das ist ja alles gut und schön, aber warum bauen solche Länder wie Frankreich und selbst Russland wieder und wieder neue Atomkraftwerke?? Weil sie eben doch nichts gelernt haben und so lange es Länder gibt, die sogar weiter “aufrüsten”….bringt uns das gar nichts, dass es im eigenen Land bald keine Atomkraft mehr gibt. Freuen tut man sich natürlich schon darüber, dass Frau Merkel nun doch aussteigen will, aber wie gesagt, ich glaube auf einen globalen Ausstieg aus der Atomkraft können wir noch lange warten…..Ich habe aber in meinem eigenen Haus auch schon mit der Energiewende begonnen und zwar mit einer neuen Wärmedämmung.

    Gruß Andreas